Karrieremappe

← Zurück zu Karrieremappe

Wie bereite ich ein Gehaltsgespräch vor?

Über Geld zu sprechen fällt vielen schwer. Mit guter Vorbereitung gehst du sicherer hinein, stellst deine Arbeit sachlich dar und weißt, was du dir wünschst. Ein bestimmtes Ergebnis kann niemand zusagen, denn es hängt auch von Budget und Lage des Unternehmens ab. Aber du kannst dafür sorgen, dass dein Anliegen klar und gut begründet ankommt.

Schritt 1: Den Marktwert einschätzen

Informiere dich, was vergleichbare Stellen in deiner Region und Branche bezahlen. Quellen sind Tarifverträge, Gehaltsreports, Stellenanzeigen mit Gehaltsangabe und der offene Austausch mit Menschen aus deinem Beruf. Notiere keine einzelne Zahl, sondern eine Spanne. Berücksichtige Berufserfahrung, Verantwortung, Größe des Betriebs und Arbeitszeit, denn sie verschieben die Spanne nach oben oder unten.

Schritt 2: Leistungen sammeln

Führe ein paar Wochen vor dem Termin eine Liste: Was hast du erreicht, was ist neu dazugekommen? Gut sind Beispiele mit Zahlen oder klarem Ergebnis, etwa Ich habe die Einarbeitung von drei neuen Kolleginnen übernommen oder Durch die neue Ablage sind Rückfragen deutlich seltener geworden. Auch Lob von Kundschaft, zusätzliche Aufgaben und Weiterbildungen gehören dazu. Allgemeine Sätze wie Ich leiste gute Arbeit lassen sich schwer überprüfen und bleiben blass.

Schritt 3: Ziel, Untergrenze und Alternativen festlegen

Schritt 4: Das Gespräch aufbauen

Bitte vorab um einen eigenen Termin, statt zwischen Tür und Angel zu fragen. Im Gespräch gliederst du in drei Teile: kurzer Rückblick, deine Leistungen, dein Wunsch. Ein Beispielsatz: In den letzten zwölf Monaten habe ich diese Aufgaben übernommen. Auf dieser Basis wünsche ich mir eine Anpassung meines Gehalts auf einen Betrag in Höhe von X. Danach machst du eine Pause und hörst zu. Wer nach der Nennung der Zahl weiterredet, rutscht schnell in Rechtfertigungen.

Ein Beispiel für den Gesprächsablauf

Angenommen, du arbeitest seit zwei Jahren in der Auftragsabwicklung. Du hast die Bearbeitung neuer Aufträge von drei auf zwei Tage verkürzt, eine neue Kollegin eingearbeitet und die Vertretung der Teamleitung übernommen. Dein Gespräch könnte so beginnen: Danke für den Termin. Ich möchte über meine Entwicklung und mein Gehalt sprechen. Dann nennst du die drei Punkte, die Gehaltsspanne für vergleichbare Aufgaben und deinen Wunsch. Am Ende fragst du: Wie siehst du die Möglichkeiten? So bleibt das Gespräch ein Austausch und kein Ultimatum.

Typische Fehler

Wenn es heißt: Jetzt gerade nicht

Das passiert häufiger, als man denkt. Frage freundlich nach: Welche Voraussetzungen müssten erfüllt sein? Bis wann können wir noch einmal sprechen? Vereinbare einen Folgetermin oder konkrete Ziele und halte sie schriftlich fest. So wird aus einem Nein ein Plan. Dein Wert für das Unternehmen bleibt bestehen, auch wenn der Zeitpunkt nicht passt.

Gelassen bleiben

Nervosität ist normal. Atme vor dem Termin ruhig durch, lege deine Stichpunkte griffbereit auf den Tisch und erinnere dich daran, dass es um ein sachliches Anliegen geht. Wer vorbereitet ist, muss nicht überzeugen wollen, sondern nur klar erklären.

Nach dem Gespräch

Fasse die Ergebnisse in drei Sätzen zusammen und bedanke dich per Mail für das Gespräch. Das schafft Klarheit für beide Seiten. Trage die Wiedervorlage in deinen Kalender ein. Wie du Termine und Rückmeldungen insgesamt im Blick behältst, steht im Artikel zum Organisieren von Bewerbungen.

Passend dazu

Zum Ausdrucken und Ausfüllen: Gehaltsgespräch-Vorbereitungsbogen, Stärken und Erfolge, Jahresrückblick Karriere und Gesprächsnachbereitung. Mehr findest du auf der Startseite von Karrieremappe.

Allgemeine Tipps zur Organisation, keine Karriere- oder Rechtsberatung und kein Erfolgsversprechen.

Weiterlesen